Das Zimmer
Man hat mir vier alte Wände geliehen
Um meine Glieder dort unterzubringen
Und in diesem finsteren Loch
Wollte ich mein Zimmer einrichten
Um es schmuck aussehen zu lassen
Hängte ich alle Diplome und Auszeichnungen
Die ich nie bekommen, an die schiefen Wände
Auf einen Tisch die Fotos all derer,
Die sich mir versagten
Auf dem Regal die Druckfahnen der
Bücher die ich nie zu schreiben wußte
In einer Ecke die edelsten Tropfen unseres Königreichs
Die Chambertins und die Margaux
Die mir alle nichts bedeuten
Und in einem riesigen Geldschrank
Akkurat gestapelt
Alle Wertsachen und alles Gold
Das ich ebenso wenig je verdienen werde
Durch das Fenster kämpft sich ein dünner,
bläulicher Strahl, gekommen um mein
Theater überwältigender Einrichtung auszufüllen:
Hier die Teppiche aus Ehrgeiz
Dort die träumerischen Versuche
Hier hebt sich der Vorhang
Über einer Staffelei aus Illusionen
Da die Kissen für die Liebesschwüre, welche die Sessel
Für Versprechungen bedecken
Und dann der zärtliche Halsschmuck
Und die Sträuße voller Gefühle
Hier der Geist der Kunst
Dort die sprudelnden Träume
Das Sofa der Scheherazade
Und das Cembalo von Mozart
Die Hirngespinste, im Handumdrehen zum
Kornblumenfeld dekoriert
Haben aus meinen vier alten Wänden
Das schönste Zimmer der Welt gemacht!
traduction Erich Meier