Léo Ferré

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Mit der Zeit


Mit der Zeit...

Mit der Zeit geht, vergeht alles
Man vergißt das Gesicht und man vergißt die Stimme
Das Herz, wenn es zu schlagen aufhört , braucht man dem nicht nachzugehen,
man muß es nur machen lassen, und das ist gut so
Mit der Zeit...
Mit der Zeit geht, vergeht alles
Der Andere, den man abgöttisch liebte und im Regen suchte
Der Andere, den man überall heraus ahnte
Zwischen den Worten, zwischen den Zeilen und unter der Schminke
Eines getürkten Liebesschwurs, der sich in der Nacht verliert
Mit der Zeit zerrinnt alles
Mit der Zeit...
Mit der Zeit geht, vergeht alles
Sogar die tollsten Erinnerungen hinterlassen bei dir einen schalen Geschmack
An der Galerie schnüffele ich in den Regalen den Tod
Am Samstagabend, wenn sich die Zärtlichkeit ganz leise davonmacht
Mit der Zeit...
Mit der Zeit geht, vergeht alles
Der Andere, an den man glaubte, für nichts, umsonst
Der Andere, dem man Luftschlösser und Schmuck schenkte
Für den man seine Seele verkauft hätte
Vor dem man parierte, ganz so, wie es die Hunde tun
Mit der Zeit die vergeht, wird alles gut
Mit der Zeit...
Mit der Zeit geht, vergeht alles
Man vergißt die Leidenschaften und man vergißt die Stimmen
Die einem ängstlich jene Sprüche einfacher Leute zuflüsterten
Komm nicht zu spät heim und vor allem erkälte dich nicht
Mit der Zeit...
Mit der Zeit geht, vergeht alles
Und man fühlt sich ausgemergelt, wie ein erschöpfter Gaul
Und man fühlt sich eisig, in einem zufälligen Bett
Und man fühlt sich einsam, vielleicht, aber bequem
Und man fühlt sich von all den verlorenen Jahren hereingelegt
Also wirklich
Mit der Zeit, da liebt man nicht mehr.

traduction Erich Meier

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