Sa Vie

Ferré vertonte aber auch Literaturgrößen des 20ten Jahrhunderts wie Guillaume Apollinaire, René Baer, Louis Aragon und vor allem seinen Zeitgenossen und engen Freund Roger Caussimon. Die Ereignisse im Mai 68 brachten auch für Léo Ferré große Veränderungen. Das bisher eher seinem Alter entsprechende Publikum wurde um die revoltierende Jugend erweitert, der Ferré aus der Seele sprach. Der Freidenker galt als der Anarchist des französischen Chansons, der Sänger der Revolte. Es folgte die Trennung von Madeleine und die Heirat mit Marie-Christine, Tochter spanischer Franco-Flüchtlinge, mit der er sich in der Toskana niederließ und drei Kinder hatte. Die siebziger Jahre waren geprägt von einem Ausflug in die Welt des Pop und vor allem durch endlos wirkende, z.T. transzendente Monologe und psychedelischer Musik. In den Achtzigern folgte dann die Rückkehr zu alten Stücken, vermischt mit neuen Tönen, aber auch Aufnahmen neuer Chansons. Bei den Auftritten kam die Musik, die er meist mit dem Mailänder Symphonieorchester (das Rundfunkorchester der RAI) aufgenommen hatte, vom Band. Er begleitete sich selbst am Klavier. Der staatlich subventionierte und privilegierte Musikbetrieb war ihm verhasst.

Léo Ferré starb am 14. Juli 1993, nach neunmonatiger Krankheit, in seinem Haus in der Toskana. Um das Begräbnis geheim zu halten, wurde sein Leichnam unter Angabe des Mädchennamens seiner Mutter nach Monaco überstellt. Erst nach der Bestattung im Familiengrab wurde sein Tod bekanntgegeben. Léo Ferré war Poet, Komponist, Sänger und Musiker. Mit der Webseite soll seinen alten und neuen Fans Gelegenheit gegeben werden, mehr über Ferré zu erfahren. Die Association THANK YOU FERRE veranstaltet jährlich am 14. Juli -seinem Todestag- einen Galaabend im Theatre de Trianon in Paris. Es treten internationale Interpreten auf. Bei der meist vierstündigen Veranstaltung wird ausschliesslich Ferré gesungen und gespielt. Fans sollten sich diesen Termin unbedingt vormerken.